Rückstände der Guavenverarbeitung

Bewertung von Rückständen aus der Guaven-Verarbeitung hinsichtlich ihrer Verwertbarkeit in Lebensmittel- und non-food-Applikationen

© Fraunhofer IVV

I. Bestimmung der Zusammensetzung der Rückstände

Brasilien ist eines der wichtigsten Anbauländer für Guaven (Psidium guajava). Obwohl die meisten Früchte frisch konsumiert werden, wird auch ein großer Anteil der Produktion zu Süßwaren, Fruchtsäften, Marmeladen, u.ä. weiter verarbeitet. Die Verarbeitung von Guaven umfasst für gewöhnlich nur Teile der Früchte. Haut, Samen und Pulpe fallen dabei als Nebenprodukte an, welche keinen Mehrwert erbringen.

Dennoch könnten Rückstände aus der Guaven-Verarbeitung eventuell eine interessante Quelle für sekundäre Pflanzenstoffe wie z.B. phenolische Verbindungen sein. Die Extrakte könnten in kosmetischen Formulierungen, als Nutraceutical, Agrochemikalien oder in technischen Applikationen eingesetzt werden. Des Weiteren könnte die Faserfraktion als Adsorbens oder in Kombination mit bioaktiven Phenolen als antioxidativer Ballaststoff oder in technischen Produkten wie z.B. als Sauerstoff-Scavenger interessant sein.

Ziel der Kooperation von Fruthothec (ITAL) und Fraunhofer IVV ist es daher potentielle Anwendungen für die Guavenrückstände sowohl im Lebensmittel- als auch im non-food Bereich zu identifizieren. Hierbei sollen v.a. die Guavenhäute und -kerne, die als Nebenprodukte während der osmotischen Trocknung von Guavenpülpe anfallen, im Fokus stehen.