Wertschöpfende Nutzung von Reststoffen aus der Agrar- und Lebensmittelindustrie in Bioraffinerien – AgriMax

Getreidefeld mit Stohballen vor eingetrübtem Himmel
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Diagramm über die Verarbeitung von biologischen Abfällen zu hochwertigen Produkten

Projektlaufzeit: 1.10.2016 bis 30.9.2020

Projektträger/Zuwendungsgeber:
EU, EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizon 2020

 

In Europa werden jedes Jahr 90 Mio. Tonnen Lebensmittel und 700 Mio. Tonnen Feldfrüchte weggeworfen. Abgesehen von moralischen Aspekten haben diese Abfälle auch erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft und Umwelt.

Das europäische Projekt Agrimax verfolgt das Ziel, eine Vielzahl von hochwertigen Produkten aus diesen Abfällen zu gewinnen und einzusetzen. Somit soll das Vorhaben die Nachhaltigkeit in der Europäischen Union steigern und neue bio-basierte Produkte für den Lebensmittel-, Verpackungs- und Agrarsektor bereitstellen.

In AgriMax werden zwei multi-Feedstock Pilotanlagen entwickelt und installiert. Mit Hilfe dieser soll die technologische und kommerzielle Machbarkeit der Prozesse zur Nutzung von Abfällen der Lebensmittel- und Agrarindustrie nachgewiesen werden. Durch die Kombination und Integration effizienter Verfahren sollen in den beiden Anlagen funktionelle und hochwertige Materialien für folgende Anwendungen hergestellt werden:

  • Verpackungen (Biokunststoffe, Biokomposite, bio-basierte Beschichtungen, aktive Verpackungen, Stabilisatoren)
  • Lebensmittel (Additive, natürliche Aromen, Zutaten, Edible Coatings)
  • Materialien für die Landwirtschaft (Mulchfilme, biologische Dünger, bioabbaubare Pflanztöpfe)

Die beiden Bioraffinerien werden in Spanien bzw. Italien installiert und Nebenprodukte der Tomaten- und Getreide- (Italien) bzw. der Oliven- und Kartoffelverarbeitung (Spanien) als Rohstoffe nutzen. Diese Nebenprodukte und Reststoffe werden durch örtliche landwirtschaftliche Kooperativen bereitgestellt werden. Endanwender testen die neuen bio-basierten Materialien in ihren Produkten und bewerten diese hinsichtlich ihrer für die Anwendung charakteristischen Eigenschaften. Darüber hinaus werden die Pilotanlagen hinsichtlich ihrer ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit bewertet und auch regulatorische werden Aspekte untersucht.

Das Fraunhofer IVV ist an der Konzeption der spanischen Pilotanlage beteiligt und entwickelt in dem Zusammenhang Prozesse zur Verwertung von Reststoffen aus der Kartoffel- und Olivenverarbeitung. Darüber hinaus bewertet das Institut den Einsatz verschiedener Fraktionen in Verpackungen und Lebensmitteln und hat das technische Management des Projektes inne.

Das Projekt wird vom Bio Based Industries Joint Undertaking im Rahmen des EU Horizon2020 Forschungs- und Innovationsprogrammes finanziert (Grant Agreement: 720 719)