Aktuelles

Newsletter 1/2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

an unserem Infotag am 23. Februar 2018 laden wir Sie ganz herzlich ein, unsere Leistungen im Bereich der Lebensmittelentwicklung und die Möglichkeiten der Pilotproduktion in unserem Institut kennenzulernen. Bei dieser Gelegenheit führen wir auch andere Neuentwicklungen vor. Eine davon ist der Food-Scanner. Mehr darüber erfahren Sie in dieser Ausgabe.


Mit freundlichen Grüßen
Karin Agulla
Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV
Presse und Öffentlichkeitsarbeit

© Foto Fraunhofer IVV

Food-Scanner – schnelle Qualitätsbewertung von Lebensmitteln

Das Fraunhofer IVV ist Mitglied im Netzwerk "Wir retten Lebensmittel", einer Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Um die Verschwendung von Lebensmitteln zu reduzieren, arbeiten Bündnispartner aus den Bereichen Erzeugung, Verarbeitung, Lebensmittelhandel, Außer-Haus-Verpflegung und von den Verbraucherorganisationen zusammen an unterschiedlichen Maßnahmen. Unter Beteiligung des Fraunhofer IVV startete in 2017 ein Verbundprojekt zur Entwicklung einer zerstörungsfreien Messmethode für eine schnelle Qualitätsbewertung und Haltbarkeitsabschätzung von ausgewählten Lebensmitteln. Im Rahmen dieses Vorhabens soll die auf der Nahinfrarotspektroskopie (NIR) basierende Methode auf kompakte sowie kostengünstige Food-Scanner übertragen werden. Bis zum Projektende in 2019 wird angestrebt, wesentliche Qualitätsveränderungen und deren Auswirkung auf die Haltbarkeit von Hackfleisch und Tomaten schnell und einfach erfassen sowie bewerten zu können. Dies soll Akteuren entlang der Wertschöpfungskette (Erzeuger, Verarbeiter, Handel, Verbraucher) ermöglichen, Verluste zum Beispiel durch rechtzeitige alternative Verwertungswege oder Preisreduzierung zu reduzieren.

Weitere Informationen

Zum Informationstag unter dem Motto "Wir bringen neue Lebensmittel auf den Weg – Entwicklung und Pilotproduktion in unserem Technikum" zeigen wir Ihnen am 23. Februar 2018, wie der Food-Scanner funktioniert. Wir würden uns sehr freuen, Sie bei dieser Gelegenheit in unserem Institut begrüßen zu können.

Programm mit weiteren Informationen zur Anmeldung

Ansprechpartner: Dr. Peter Muranyi
Tel. +49 8161 491-629
peter.muranyi@ivv.fraunhofer.de

© Foto Fraunhofer IVV

Das Potenzial biobasierter Kunststoffe als Verpackung für Lebensmittel

Obwohl biobasierte Kunststoffe oft bereits die Anforderungen an Lebensmittelverpackungen erfüllen, werden sie auf dem Verpackungsmarkt noch nicht in großen Mengen eingesetzt. Das Fraunhofer IVV hat sich zusammen mit dem Institut für Energie-und Umweltforschung (ifeu) in Heidelberg und narocon Innovationsberatung in Berlin intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Biobasierte Verpackungsmaterialien wurden im Fraunhofer IVV auf ihre technologisch-funktionellen Eigenschaften untersucht und ihre Eignung für den Einsatz bei verschiedenen Lebensmittelprodukten einschließlich der gesetzlichen Konformität geprüft. Beauftragt wurde das Projekt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR). Auf einem Expertenworkshop zum Thema "Biobasierte Kunststoffe als Verpackung von Lebensmitteln" werden am 12. März 2018 im BMEL in Berlin die Ergebnisse präsentiert. Damit soll ein Beitrag zum besseren Verständnis des bestehenden Handlungsbedarfs auf allen Wertschöpfungsstufen geleistet werden, um die weitere Marktentwicklung zielgerichtet mit Fördermaßnahmen unterstützen zu können.

Weiteren Informationen
Biobased plastics for food packaging
Entwicklung und Optimierung von Verpackungsmaterialien

Ansprechpartner: Dr. Frank Welle
Tel. +49 8161 491-724
frank.welle@ivv.fraunhofer.de

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Startschuss für VerPlaPoS – Einsatz von (Bio-)Kunststoffen am Point of Sale

Das neu gestartete Projekt VerPlaPoS setzt sich damit auseinander, wie Verbraucher auf Kunststoffverpackungen am Point of Sale reagieren. VerPlaPos erarbeitet Handlungsempfehlung für Hersteller, Händler und Verbraucher zur Reduktion des Plastikaufkommens in der Umwelt. Die Expertise des Fraunhofer IVV im Bereich Lebensmittel und deren Verpackungen, insbesondere auch beim Einsatz alternativer Materialien aus den nachwachsenden Rohstoffen Polyhydroxyalkanoat (PHA), Poly-(Hydroxybutyrat-Co-Hydroxyvalerat) (PHBV), Polymilchsäure (PLA) und bei beschichtetem Papier spielt dabei eine herausragende Rolle. Das Fraunhofer IVV hat dazu umfangreiches Wissen aufgebaut und neue Materialien entwickelt. Wichtig sind die Anforderungen von Lebensmitteln an Verpackungen, die zu erfüllen sind. Das Fraunhofer IVV entwickelt im Projekt alternative Materialien auf seinen Pilotanlagen zum Extrudieren, Beschichten und Thermoformen. Dort werden Verpackungsmuster aus beschichtetem Papier und Biopolymer hergestellt. Anschließend werden die Barriere-, Festigkeits- und Oberflächeneigenschaften getestet und bewertet.

Das Projekt wird im Verbund mit der Stadt Straubing, der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, der Universität Stuttgart, der Philipps-Universität Marburg und der Ludwig Stocker Hofpfisterei GmbH durchgeführt. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) innerhalb des Forschungsschwerpunkts "Sozial-ökologische Forschung" im Rahmen der Fördermaßnahme "Plastik in der Umwelt – Quellen, Senken, Lösungsansätze". Diese ist Teil der Leitinitiative Green Economy des BMBF-Rahmenprogramms "Forschung für Nachhaltige Entwicklung" (FONA3).

Weitere Informationen

Ansprechpartner: Sven Sängerlaub
Tel. +49 8161 491-503
sven.saengerlaub@ivv.fraunhofer.de

© Foto Fraunhofer IVV

Fehlgerüche von Kinderprodukten entschlüsseln

Substanzen, die für Fehlgerüche in Kinderprodukten verantwortlich sind, und ihre Wirkung auf den Menschen sind bisher kaum erforscht. Um ein besseres Verständnis der molekularen Ursachen zu erarbeiten, wurden in der Abteilung Analytische Sensorik über 50 geruchlich auffällige Kinderprodukte zunächst sensorisch bewertet. Produkte, in denen sich vermehrt Fehlgeruch finden ließ, wurden geruchsanalytisch u. a. mittels Gaschromatographie-Olfaktometrie und Massenspektrometrie in Kombination mit humansensorischen Verfahren untersucht. So konnte gezeigt werden, welche Substanzen für den intensiven und weit verbreiteten Geruch von Schwimmflügeln, Wasserbällen und ähnlichen Produkten wie z. B. auch Accessoires für Kinderfaschingskostüme verantwortlich sind. In vielen der untersuchten Produkte konnten Lösungsmittelreste, wie Cyclohexanon oder Isophoron, nachgewiesen und festgestellt werden, dass der Geruch dieser Substanzen dem der entsprechenden Produkte ähnelt. Einige der nachgewiesenen Verbindungen sind möglicherweise physiologisch bedenklich. Isophoron ist beispielsweise als potentiell krebserregend eingestuft und Phenol, eine Substanz die in allen untersuchten Proben gefunden wurde, steht im Verdacht erbgutverändernd zu sein. Die Forschungsergebnisse legen die Basis für Folgeuntersuchungen zur physiologischen und toxikologischen Bewertung von derartigen Substanzen.

Weitere Informationen

Die Erkenntnisse wurden in zwei Publikationen in der Fachzeitschrift „Analytical and Bioanalytical Chemistry“ veröffentlicht:

Characterization of odorants in inflatable aquatic toys and swimming learning devices
Resolving the chemical structures of off-odorants and potentially harmful substances in toys

Ein weiterer Artikel ist erschienen in Scientific Reports, einem open access journal von Nature:

Characterization of off-odours and potentially harmful substances in a fancy dress accessory handbag for children

Ansprechpartner: Christoph Wiedmer
Tel. +49 8161 491-306
christoph.wiedmer@ivv.fraunhofer.de

© Foto Fraunhofer IVV Dresden

Selbstlernende Bedienerassistenzsysteme – neues Projekt überträgt Mensch-Maschine-Dialog

Die Effizienz von Maschinen und Anlagen im Bereich Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikherstellung hängt ganz wesentlich vom Bediener ab. Insbesondere die gezielte und nachhaltige Lösung von Störungen sowie die Anpassung des Prozesses auf schwankende Produkteigenschaften verlangt ein hohes Maß an Erfahrung und Prozesswissen. Gut geschulte Mitarbeiter sind und bleiben auch bei hochmodernen Anlagen mit intelligenten Sensoren und Prozesssteuerungen unverzichtbar. "SAM" das selbstlernende Assistenzsystem des Fraunhofer IVV Dresden fungiert für Bediener als eine Art virtueller Kollege, der Bediener und Maschine beobachtet. Im Störfall schlägt SAM geeignete und nachhaltige Lösungsstrategien vor und hilft dem Bediener mit dem Aufbau seines eigenen Erfahrungsschatzes, Störungen zu minimieren und die Prozessführung effizienter zu gestalten.

In diesem Zusammenhang startete am 1.12.2017 das BMBF-geförderte Projekt "KoMMDia – kooperativer Mensch-Maschine-Dialog". Gemeinsam mit Industriepartnern aus der Maschinenherstellung, Anwendung und Automation sowie Wissenschaftlern der Prozessleittechnik und Ingenieurpsychologie der TU Dresden wird das natürliche Dialogverhalten zwischen Menschen auf die Kommunikation zwischen Mensch und Assistenzsystem übertragen. Parallel werden Prozessdaten der Maschine mit Algorithmen des maschinellen Lernens analysiert, um die möglichen Ursachen für das Assistenzsystem einzugrenzen. Durch den gemeinsamen Austausch lernen Mensch und Assistenzsystem bei jeder Störung dazu und bauen Erfahrungswissen für andere Bediener auf.

Weitere Informationen

Am 15.-16. März 2018 werden die selbstlernenden Bedienerassistenzsysteme auf der VVD Tagung Verarbeitungsmaschinen und Verpackungstechnik: Verarbeitung & Verpackung 4.0 in Dresden vorgestellt.

Programm mit den Informationen zur Anmeldung

Ansprechpartner: Andre Schult
Tel. +49 351 43614-37
andre.schult@ivv-dresden.fraunhofer.de

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