Food-Scanner zur schnellen Qualitätsbewertung von Lebensmitteln

Projektlaufzeit: 1.2.2017 bis 31.1.2019

Projektträger / Zuwendungsgeber:
Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten StMELF

 

Viele Lebensmittel werden vorzeitig weggeworfen

In Deutschland landen pro Jahr ca. 18 Mio Tonnen Lebensmittel im Müll. Etwa 60 Prozent davon fallen am Ende der Wertschöpfungskette im Handel oder beim Verbraucher an. Fast die Hälfte dieser Lebensmittel sind Obst und Gemüse. Leicht verderbliche Lebensmittel, wie Backwaren und Fleischerzeugnisse, tragen ebenfalls beträchtlich zu den Verlusten bei. Die Ursache für die Entstehung dieser hohen Lebensmittelverluste liegt häufig im Ablauf des aufgedruckten MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum). Der Verbraucher geht in der Regel davon aus, dass mit dem Ablauf des MHD das Lebensmittel nicht mehr verzehrfähig ist. Somit können Lebensmittel mit abgelaufenem MHD auch nicht mehr verkauft werden. Sie werden dadurch oft vorzeitig weggeworfen.

Der Food Scanner ermittelt schnell die Haltbarkeit eines Lebensmittels

Im Rahmen des vom StMELF geförderten Forschungsprojektes »FoodScanner« wird eine Schnellmethode zur Qualitätsbewertung von Lebensmitteln entwickelt (Food Scanner). In einem schnellen Scanvorgang wird die tatsächliche Qualität eines Lebensmittels ermittelt und die weitere Haltbarkeit in Abhängigkeit der Lagerbedingungen abgeschätzt. So kann ein vorzeitiges Wegwerfen von Lebensmitteln, die noch für den Verzehr geeignet sind, vermieden werden.

Nahinfrarot-Spektroskopie zur Ermittlung von Qualität und Haltbarkeit

Ein Forschungsverbund (Fraunhofer IVV, Fraunhofer IOSB, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Technologie Campus Grafenau) untersucht unter der Koordination des Kompetenzzentrums für Ernährung (KErn) die Anwendung von kompakten NIR(Nahinfrarot)-Spektrometern zur schnellen Qualitätsbewertung und Haltbarkeitsabschätzung an zwei ausgewählten Lebensmitteln (Hackfleisch und Tomaten). Das Fraunhofer IVV beschäftigt sich bei der Anwendung mit Rinderhackfleisch.

Im Projekt werden umfangreiche Lagertests mit abgepacktem Hackfleisch unter Variation der Lagerbedingungen durchgeführt, bei gleichzeitiger Bestimmung der mikrobiologischen Qualität, aber auch ausgewählter chemischer Parameter (z. B. Gehalt an Wasser, Fett, Protein). Zu verschiedenen Zeitpunkten der Lagerung werden die Proben mit einem kompakten NIR-Spektrometer vermessen und anschließend eine Referenzanalytik zur Erfassung des tatsächlichen Zustands durchgeführt. Die gemessenen NIR-Spektren werden anschließend statistisch ausgewertet und die Veränderungen in den NIR-Spektren mit der mikrobiologischen Qualität und anderen Qualitätsparametern aus der Referenzanalytik korreliert.

Die Projektergebnisse sollen dazu beitragen, Qualitätsabweichungen bei der Lagerung frühzeitig erkennen zu können, Resthaltbarkeiten abzuschätzen und Verluste durch rechtzeitige Verwendung, Weiterverarbeitung oder alternative Verwertungswege zu reduzieren. Dabei sind Anwendungsmöglichkeiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette denkbar (Herstellung, Handel, Endverbraucher).

Der Food-Scanner zukünftig als App für das Smartphone

Die schnelle Qualitätsbeurteilung mittels Food-Scanner soll zukünftig auch auf andere Lebensmittel übertragen werden. Für die praktische Anwendung ist ein kompaktes und kostengünstiges Gerät in der Entwicklung. Besonders benutzerfreundlich ist die Verknüpfung des Scanners mit dem Smartphone und die Auswertung der Daten mittels einer App, die auf Grundlage der Messung Informationen zum Reifegrad, zur Haltbarkeit aber auch zu Inhaltsstoffen von Lebensmitteln geben kann.