Stoffübergänge aus UV-Druckfarben auf Lebensmittel

Entwicklung eines kosteneffizienten Prüf- und Bewertungsansatzes für Stoffübergänge aus UV-Druckfarben und UV-Außenlackierungen von Verpackungen auf Lebensmittel

Mit verschiedenen Farben gefüllte Eimer

Untersuchung der direkten und indirekten Migration von UV-Druckfarben auf Lebensmittelverpackungen in die darin verpackten Lebensmittel

Projektlaufzeit: 1.5.2012 bis 30.4.2014

Projektträger / Zuwendungsgeber:
Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschung AiF (über Industrievereinigung für Lebensmitteltechnologie und Verpackung e.V. IVLV); Bundesministerium für Wirtschaft und Energie BMWi

Zur Bewertung der lebensmittelrechtlichen Konformität von Lebensmittelverpackungen ist es notwendig, auch den möglichen Übergang von Druckfarbenkomponenten in das verpackte Lebensmittel zu berücksichtigen. Bei Bedruckungen auf der Außenseite einer Verpackung sind zwei Mechanismen des Übergangs möglich. Einerseits können Druckfarben durch das Verpackungsmaterial hindurch wandern (permeieren) und dann in ein Lebensmittel migrieren. Andererseits steht bei Lagerung des Verpackungsmaterials auf Rolle oder im Stapel die bedruckte Schicht im direkten Kontakt mit der Lebensmittelkontaktseite der nächsten Wicklung, des nächsten Bogens oder Bechers. Druckfarbenkomponenten gehen so direkt auf die Lebensmittelkontaktseite über und migrieren dann nach dem Befüllen in das Lebensmittel. Diesen Übergangsmechanismus nennt man unsichtbaren Abklatsch oder Set-off. Die Transferprozesse werden durch die Verteilungskoeffizienten zwischen den Schichten und die Diffusionskoeffizienten bestimmt.

In diesem Forschungsprojekt wurde in experimentellen Untersuchungen das Migrations- bzw. Abklatschverhalten von Photoinitiatoren und Acrylaten für unterschiedliche Lebensmittelverpackungen und Bedingungen untersucht. Basierend auf den Ergebnissen, wurde unter Einbeziehung des mathematischen Modellings ein methodisches Werkzeug erarbeitet, mit welchem die Konformität von UV-bedruckten Kunststoffen nach den Anforderungen von Art. 3 der Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 (gesundheitliche Unbedenklichkeit des Übergangs von Stoffen auf Lebensmittel) kosteneffizient überprüft werden kann. Gerade klein- und mittelständischen Unternehmen (kmU) sollen von dieser Entwicklung profitieren.

Das Forschungsprojekt wurde gemeinsam mit der FABES Innovations gGmbH bearbeitet.