Nachhaltiger Anbau und ganzheitliche Verarbeitung von Sonnenblumenkernen – SunflowerProtein

Projektlaufzeit: 1.9.2014 bis 31.8.2017

Projektträger/Zuwendungsgeber:
Projektträger Jülich GmbH PTJ / Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF

Sonnenblumen bieten für die Agrar- und Lebensmittelproduktion ein enormes Potenzial. Bisher werden sie fast ausschließlich zur Gewinnung von Pflanzenöl angebaut. Die bei der Ölproduktion entstehenden Reststoffe wie Proteine, Schalen und sekundäre Pflanzeninhaltstoffe bleiben noch ungenutzt.

Für einen großflächigen Anbau bieten sich in Brasilien hervorragende Bedingungen. Sonnenblumen könnten hier von den Bauern als Zwischen- oder Folgefrucht kultiviert werden und würden somit eine zusätzliche Einnahmequelle darstellen. Die Vielfalt der Anbaukulturen würde sich erhöhen, was eine gesteigerte Bodenfruchtbarkeit mit sich bringt. Zudem könnten brachliegende Flächen durch einen Bewuchs vor Erosion geschützt werden.

Ziel des Forschungsprojektes SunflowerProtein ist es in deutsch-brasilianischer Kooperation sowohl den Anbau als auch die Verarbeitung von Sonnenblumen zu optimieren.

Das Fraunhofer IVV forscht an einer nachhaltigen neuartigen Fraktionierungstechnologie, die eine Nutzung der gesamten Rohstofffraktionen von Sonnenblumenkernen möglich macht. Schalen und Kohlehydrate sollen der Energiegewinnung zugeführt werden. Öl, Proteine und sekundäre Pflanzenstoffe werden in schonenden Produktionsschritten gewonnen, so dass lebensmitteltaugliche Fraktionen entstehen. Diese können in der Lebensmittelverarbeitung als wertsteigernde Zutaten genutzt werden. Angestrebt wird, dass bei der Verarbeitung keine Abfälle entstehen.

Um dieses Ziel zu erreichen, werden Akteure entlang der Produktionskette in beiden Ländern beteiligt. Das Projekt umfasst 17 Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette, die sich in folgende drei Stufen einteilen lässt:

  • Landwirtschaft: Primärproduktion
  • Verarbeitung: Herstellung von Lebensmittelzutaten
  • Marktbetrachtung: Anwendung der Produkte, um ihre Marktchancen zu zeigen.

Diese drei Stufen werden durch eine sozio-ökonomische Analyse der gesamten Wertschöpfungskette eingerahmt.