Newsletter 3/2016

Sehr geehrte Damen und Herren,

über unser deutlich erweitertes Leistungsangebot in der Analytischen Sensorik und zwei neue Projekte im Bereich der mikrobiologischen Sicherheit berichten wir u. a. in dieser Ausgabe.

Mit freundlichen Grüßen
Karin Agulla
Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV
Presse und Öffentlichkeitsarbeit

 

Sensorische Wirkung von Produkten – Ausbau unseres Forschungs- und Leistungsangebots

© Foto Fraunhofer IVV

Zukünftig unterstützen wir unsere Partner mit einem deutlich erweiterten Leistungsangebot in der Analytischen Sensorik. Die Aroma- und Geruchsforschung im Bereich Lebensmittel und Verpackung wurde auf weitere Branchensegmente wie z. B. Kosmetik- und Hygieneartikel und Produkte des täglichen Bedarfs ausgeweitet. So charakterisieren und optimieren wir den Geruch beispielweise im Zusammenhang mit Holz-, Papier-, und Kartonprodukten, Textilien und Funktionsmaterialien, Spielwaren oder auch Möbeln. Ein zusätzlicher Aspekt liegt dabei auf Fragen der konkreten Wirkung von Geruchsstoffen aus Produkten auf den Menschen. Wir tragen dazu bei, dass Produkte optimierte sensorische Empfindungen hervorrufen und die sensorischen Bedürfnisse des Konsumenten bestmöglich ansprechen. Andere Sinnesmodalitäten wie Geschmack, Textur- und Haptikempfindungen, visuelle oder auch akustische Reize spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in der Produktwahrnehmung. Daher unterstützen wir unsere Partner bei Fragen zur Kombinatorik sensorischer Effekte. Wir erarbeiten ein besseres Verständnis des Verbraucherverhaltens, das gesteuert wird von bewussten und unbewussten Wahrnehmungs-, Verarbeitungs- und Reaktionsprozessen im Menschen.

Die Analytische Sensorik wurde 2009 unter Leitung von Frau Prof. Andrea Büttner ins Leben gerufen. Auf Basis der äußerst erfreulichen Entwicklung und hohen Nachfrage sowie eines erfolgreichen Strategieaudits mit externen Partnern aus Industrie und Forschung erfolgt im Fraunhofer IVV der weitere Ausbau des Geschäftsfeldes. Komplementiert wird dies durch eine Stärkung der Grundlagenforschung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg unter Federführung von Frau Prof. Büttner, die dort die Professur für Aromaforschung innehat.

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Ansprechpartnerin: Prof. Dr. Andrea Büttner
Tel. +49 8161 491-715
andrea.buettner@ivv.fraunhofer.de

cera2heat®-Heizsystem fürs Thermoformen erhielt Deutschen Verpackungspreis in Gold

© Foto Deutsches Verpackungsinstitut

Prof. Dr.-Ing. Jens-Peter Majschak, Leiter der Fraunhofer IVV Dresden, während der Laudatio auf der Preisverleihung

© Foto Deutsches Verpackungsinstitut

Das neuartige cera2heat®-Heizsystem der watttron GmbH, einem Start-Up-Unternehmen und gemeinsamen Ausgründung der TU Dresden und dem Fraunhofer IVV wurde am 27.9.2016 auf der FachPack in Nürnberg mit dem Deutschen Verpackungspreis in Gold ausgezeichnet.

Cera2heat® ist eine innovative modulare Heiztechnologie für das Thermoformen, die den wachsenden Anforderungen an Flexibilität und Effizienz in der Verarbeitung flexibler Materialien optimal gerecht wird. Das hocheffiziente Kontaktheizsystem erlaubt durch seine matrixartige Anordnung der einzeln steuerbaren Heizpartikel eine präzise Temperaturregelung. Kunststofffolien können so beim Thermoformen partiell bzw. definiert inhomogen vorgewärmt werden. Durch eine geringere Ausgangsmaterialdicke werden bis zu 30 % an Packstoff und Energie eingespart ohne die Barrierewirkung oder die Stauchfestigkeit zu gefährden. Die Technologie kann in bestehende Industrieanlagen integriert werden. Entwickelt wurde sie vom Fraunhofer IVV Dresden in Kooperation mit der TU Dresden und dem Fraunhofer IKTS. Der deutsche Verpackungspreis ist ein internationaler, branchen- und materialübergreifender Wettbewerb und steht unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Wirtschaft und Energie. Das Deutsche Verpackungsinstitut (dvi) zeichnet mit dem Preis jedes Jahr innovative und kreative Verpackungsideen aus.

Bei Fragen zur ressourceneffizienten Produktion beim Formen und Verschließen von Polymerverpackungen unterstützt Sie das Fraunhofer IVV Dresden.

 

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Ansprechpartnerin: Andrea Liebmann
Tel. +49 351 43614-40
andrea.liebmann@ivv-dresden.fraunhofer.de

Fleisch- und Wurstwaren produktschonend entkeimen

© Foto Fraunhofer IVV

Fleisch- und Wurstwaren sind anfällig gegenüber mikrobiologischen Verderbsprozessen. Durch die kurze Haltbarkeit der Produkte gehen entlang der Wertschöpfungskette mehr als 24 % der europaweit produzierten Fleischprodukte verloren. Der größte Anteil der Verluste fällt im Handel und beim Verbraucher an. Zudem können Kontaminationen durch humanpathogene Zoonoseerreger während der Herstellung ein gesundheitliches Risiko für den Verbraucher darstellen. Eine Oberflächenentkeimung von abgepackten Fleisch- und Wurstwaren durch Infrarot- oder UV-Strahlung soll die mikrobiologische Sicherheit und Haltbarkeit von Fleisch- und Wurstwaren erhöhen, da durch die Verpackung nachträgliche mikrobielle Kontaminationen ausgeschlossen werden können.  

In dem im Oktober 2016 gestarteten und von der AiF geförderten Projekt entwickelt das Fraunhofer IVV gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) produktschonende Verfahren zur Oberflächenentkeimung von abgepackten Fleisch- und Wurstwaren. Dafür wird bis zum Projektende eine Technikumsanlage für die kontinuierliche Oberflächenentkeimung mit Infrarot- und UV-Strahlung konzipiert und gebaut. In umfangreichen Versuchsreihen werden geeignete Behandlungsparameter für die Entkeimung der Produkte im kontinuierlichen Betrieb ermittelt, um einen hohen Durchsatz in kurzer Zeit zu ermöglichen. Untersucht wird auch der Einfluss der verschiedenen Behandlungsverfahren auf entscheidende Qualitätsmerkmale wie z. B. Geruch, Geschmack, Textur und Farbe sowie die Auswirkungen auf die Materialeigenschaften verschiedener Verpackungsvarianten.

 

Ansprechpartner: Dr.-Ing. Peter Muranyi
Tel. +49 8161 491-629
peter.muranyi@ivv.fraunhofer.de

Mit mobiler Plasmatechnologie pathogene Erreger bekämpfen

© Foto Fraunhofer IVV

Die Ausbreitung von neuen und wiederkehrenden Infektionskrankheiten stellt für die zivile Sicherheit eine Bedrohung dar. Für die Eindämmung von Epidemien sowie den Schutz der Einsatzkräfte in Krisengebieten sind wirksame seuchenhygienische Maßnahmen erforderlich. Zur Dekontamination von Ausrüstungsgegenständen oder Personen in Schutzanzügen werden aktuell Chemikalien wie alkalisierte Peressigsäure oder dampfförmiges Formaldheyd eingesetzt, welche umwelt- und gesundheitsschädlich sind sowie in ausreichender Menge gelagert und transportiert werden müssen. Darüber hinaus eignen sich die nasschemischen Verfahren nur bedingt für die Behandlung von elektronischen Geräten.

Seit September 2016 ist das Fraunhofer IVV Partner in dem Verbundprojekt MoPlasDekon. Ziel des Vorhabens ist die Realisierung eines kompakten und einfach zu bedienenden Plasmasystems mit Betrieb bei Atmosphärendruck, welches einen mobilen Einsatz in Krisengebieten ermöglichen soll und als Standardausrüstung von Hilfskräften genutzt werden kann. Durch Nutzung der Umgebungsluft zur Erzeugung biozid wirksamer Gasplasmen soll die Bevorratung und Entsorgung gesundheitsschädlicher Chemikalien entfallen. Weitere Schwerpunkte umfassen die Entwicklung einer Gassensorik zur Prozess- und Wirksamkeitskontrolle sowie die Erforschung der Leistungsfähigkeit des entwickelten Plasmasystems gegenüber pathogenen Erregern in Luft und auf unterschiedlichen Materialien.

Damit ein praxisrelevantes und wirtschaftlich interessantes Entkeimungsmodul für den sicheren Einsatz in Seuchengebieten oder kontaminierten Bereichen entsteht, erfolgt die Entwicklung und Testung des Plasmasystems gemeinsam mit assoziierten Partnern aus dem Katastrophenschutz (Feuerwehr Essen, Bayerisches Rotes Kreuz, Firma Inhag, Robert Koch-Institut).

 

Ansprechpartner: Dr.-Ing. Peter Muranyi
Tel. +49 8161 491-629
peter.muranyi@ivv.fraunhofer.de