Aufbau einer Proteindatenbank mit nachhaltigen Proteinzutaten

FORSCHUNGSPROJEKT – im Rahmen des Bioökonomie Innovationsraums »NewFoodSystems«

Verschiedene pflanzliche Rohstoffe, welche zur Proteingewinnung genutzt werden: Mandeln, Bohnen, Erbsen, Linsen, Kichererbesen, Sonnenblumenkerne, Quinoa
Logo des Innovationsraums NewFoodSystems
Logo des BMBF

Vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadiskussionen ist der Ersatz von tierischem Eiweiß durch alternative Proteine auf Basis von Pflanzen, Algen oder Insekten eines der wichtigsten Forschungsthemen für die Lebensmittel- und Futtermittelindustrie. Auch wenn bereits viele Proteinpräparate auf dem Markt verfügbar sind, fehlen dennoch häufig detaillierte Informationen zu Eigenschaften und Applikationsmöglichkeiten von den jeweiligen Proteinpräparaten. Diese Tatsache erschwert für Anwender eine gezielte Rohstoffauswahl.

Eine Proteindatenbank erleichtert die Anwendung alternativer Proteine

Ein Ziel des Forschungsprojektes ist die Erstellung einer umfassenden Proteindatenbank als systematischer Überblick. Dazu werden wesentliche Kenngrößen von Proteinrohstoffen, wie Zusammensetzung und technofunktionelle Eigenschaften, erfasst. Auch Kriterien wie Sensorik, Proteinverdaubarkeit, Preis und Verfügbarkeit sollen hier mit eingehen. Sogar Proteinkombinationen und modifizierte Proteine werden in der Datenbank berücksichtigt. Es soll ein Prototyp einer funktionsfähigen Datenbank entstehen, der eine gezielte Rohstoffauswahl für Applikationen in der Lebensmittel- und Futtermittelindustrie erlaubt. Für noch unbekannte Kenngrößen werden innerhalb des Projekts geeignete Analysemethoden erarbeitet. Durch Modifikation und Kombination von Proteinen wird eine gezielte Verbesserung einzelner Kenngrößen für spezifische Anwendungen angestrebt, um so maßgeschneiderte nachhaltige Proteine und Proteinmischungen für die Lebensmittel- und Futtermittelindustrie zu entwickeln. Parallel werden Applikationen von alternativen Proteinzutaten in verschiedenste Lebens- und Futtermittel erprobt. Im abschließenden »Proof of Concept« der Proteindatenbank sowie der neu entwickelten Proteinzutaten werden Anwendungsversuche sowie Fütterungs- und Verbraucherakzeptanzstudien durchgeführt.

Forschung und Industrie ermöglichen zusammen innovative Proteinzutaten

Das Fraunhofer IVV kann im Zuge des Projekts seine langjährige Expertise im Bereich der Gewinnung, Bewertung, Modifikation und Anwendung unterschiedlicher pflanzlicher Proteine in Lebensmittel und Tiernahrung einbringen. Sowohl technofunktionelle als auch sensorische und ernährungsphysiologische Eigenschaften sind von unterschiedlichen Proteinrohstoffen aus bisherigen Forschungsarbeiten bekannt. Mit der Entwicklung von Algorithmen soll für Anwender die Möglichkeit geschaffen werden, optimale Proteinmischungen für spezifischen Einsatzzwecke zu formulieren.
Das Forschungsprojekt entsteht in Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen entlang der gesamten Lebensmittelkette, d.h. Hersteller von alternativen Proteinen und Proteinmischungen sowie Lebensmittelhersteller.

Projektlaufzeit: 2020 bis 2023
Projektträger/ Zuwendungsgeber: Forschungszentrum Jülich, Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF

gefördert im Rahmen des Innovationsraums NewFoodSystems innerhalb des Programms »Innovationsräume Bioökonomie« als Teil der »Nationalen Forschungsstrategie Bioökonomie 2030« des BMBF:
www.ivv.fraunhofer.de/de/newfoodsystems
Projektpartner: Fraunhofer IVV, AMIDORI Food Company GmbH & Co. KG, Döhler GmbH, Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW), Hydrosol GmbH & Co. KG, Kalle GmbH, Lieken AG, Plumento-Foods GmbH, ProLupin GmbH, Scheid AG & Co. KG, Sunbloom Proteins GmbH, Südzucker AG, VAN HEES GmbH, Zentis GmbH & Co. KG