Fraunhofer-Leitprojekt
»Resiliente Systeme für sichere Lebensmittel – ResearchL«

Resiliente Systemarchitektur zur Sicherung der Lebensmittelproduktion

Wie resilient ist unsere Lebensmittelversorgung?

Eine gesicherte Versorgung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln ist eine systemrelevante Aufgabe – die Vernetzung des weltweiten Lebensmittelsystems ist jedoch hoch komplex, sowohl global als auch regional. Störungen oder Unterbrechungen von Lieferketten und Produktionsschritten gefährden die Handlungsfähigkeit von Produktionsbetrieben und sind ein Wettbewerbsnachteil.

Angesichts einiger Schwachstellen muss das System in vielerlei Hinsicht neu gedacht werden. Forschende aus sechs Fraunhofer-Instituten arbeiten im Projekt »ReSearchL« daran, die Risiken in der Wertschöpfungskette zu identifizieren und Lösungsszenarien zu erarbeiten – für eine zukünftig stärkere und resilientere Lebensmittelproduktion.

UMFRAGE

Ihre Meinung ist gefragt!

Sind Sie auf Krisen und Störungen vorbereitet?

Im Rahmen des Projektes »ReSearchL« ist Ihre Erfahrung wertvoll, um Stärken und Schwächen bestehender Wertschöpfungsketten in der Lebensmittelproduktion aufzudecken.

Ihre Angaben tragen dazu bei, die Widerstandsfähigkeit bestehender Wertschöpfungsketten zu beurteilen und anschließend Vorschläge zu erarbeiten, um diese zukünftig gemeinsam noch erfolgreicher und robuster gestalten zu können.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme, die Umfrage ist bis 15. November 2021 online.

VIELEN DANK!

Von risikosensitiver zu risikoresistenter Lebensmittelversorgung

Logo für das Forschungsprojekt ResearchL

Die Ernährungswirtschaft ist durch stark vernetzte Wertschöpfungsketten mit sehr lokalem und globalem Charakter gekennzeichnet. Nicht zuletzt zeigte die Corona-Krise, dass die Resilienz gegen Störungen aller Art zunehmend einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellt. Doch was zeichnet eine resiliente Wertschöpfungskette aus? Allein die Lieferung von Lebensmitteln und deren Vorprodukte zu betrachten, greift zu kurz. Wichtig ist vor allem deren Sicherheit. Das heißt, die Lebensmittelsicherheit mit ihren komplexen Einflüssen auf die Lieferkette, aber vor allem auch die Produktion muss miteingeschlossen werden.

Hier setzt das Projekt »ReSearchL« an. Bisher sind Optimierungsziele auf einzelne oder mehrere Stufen der Wertschöpfung fokussiert, ohne die Resilienz als Ganzes in ihren Beziehungen und Einflüssen zu adressieren. Die Forschenden der Fraunhofer-Institute wollen demonstrieren, wie der Status und die Einflüsse auf die Produktionsumgebung und Wertschöpfungskette bewertet werden müssen, um selbst in unvorhersehbaren Situationen die Lebensmittelherstellung aufrecht zu erhalten und situativ anzupassen.

Strategien für eine resiliente Wertschöpfung

 

Anhand von zwei Anwendungsbeispielen werden Strategien für eine resiliente Wertschöpfung entwickelt, die als Machbarkeitsstudie umgesetzt werden:

  • Integrierte Pflanzenöl- und Proteinproduktion in neuartigen Ölmühlen
  • Vertical Farming

Die gewonnenen Erkenntnisse helfen zukünftig, Werkzeuge und Technologiebausteine zu entwickeln, die in nationalen und internationalen Krisenszenarien als Lösungsansätze für eine resiliente Lebensmittelproduktion dienen können.

Zudem können sie zur Revitalisierung des ländlichen Raums oder zur Flexibilisierung von Produktionsstrukturen und damit zur marktorientierten Diversifizierung beitragen.

Neuartige Ölmühlen

Pflanzenöle werden in Mitteleuropa in großen Ölmühlen fast ausschließlich aus Raps oder Sonnenblumen gewonnen. Durch diese fehlende Rohstoffdiversität, die großen Produktionsanlagen und der daraus resultierenden Abhängigkeit von Transporten aus Übersee ist die Ölproduktion sehr anfällig gegenüber Störungen wie Ernteausfällen.

Für eine neuartige Ölmühle wird untersucht, welche Strategien in der Prozesskette greifen, um die Auswirkung von Störszenarien zu minimieren: z.B. mit der Integration einer simultanen Gewinnung von hochwertigem Proteinmehl.  

Vertical Farming

Das Vertical Farming ist im Gegensatz zur Ölgewinnung durch die modulare und geschlossene Bauweise resilienter gegenüber Umwelteinflüssen. Jedoch ist dieser kontrollierte Produktionsansatz aufgrund der Indoor-Rahmenbedingungen anfällig gegenüber technischen und z. T. auch biologischen Störungen. Vor diesem Hintergrund werden Maßnahmen entwickelt und experimentell getestet, um die technische und ökologische Resilienz zu verbessern. Die Ansätze sollen zukünftig als neue Ausgangsbasis für weiterführende Resilienzstrategien dienen, um die Grundversorgung in Krisenzeiten zu sichern.